Der heutige Baumpflanzung-Artikel ist eine Ergänzung zu diesem Artikel zum Thema Pflanzung. Nun möchte ich speziell für die Pflanzung eines Baums ein systematisches Vorgehen beschreiben. Mit diesem Vorgehen sollte die Anwachsquote sehr gut sein.

Es geht um Fragen wie Lochgröße, Pfahl, benötigte Materialien und Werkzeuge, Antreten, Anbinden und manches mehr.

Benötigte Werkzeuge und Materialien

  • Spaten
  • Wiedehopf oder Pickel (bei härteren Böden)
  • Kompost, Humus oder ein Pflanzsubstrat
  • Pfahl (min. 7cm Durchmesser)
  • Bindematerial (Hohlschnur, Kokosstricke, Sisalstricke,…)
  • Geeigneter Hammer oder Pfostenramme
  • Eventuell Leiter
  • Wasser
  • Einen Baum (natürlich 😉 )

Vorgehen bei einer Baumpflanzung

Zuerst überlegt man sich gut, wo man den Baum genau haben möchte. Dabei ist immer die zukünftige Größe zu bedenken. Heute ist er noch ganz klein und schuckelig und ehe man es richtig bemerkt, wird er einem zu groß und man überlegt sich, ihn zu fällen. Deswegen kommen der Baumauswahl und der Pflanzstelle große Bedeutung zu. Jetzt ein paar Minuten mehr, ersparen einem vielleicht viel Nerven und Zeit auf Jahre.

Wenn man nun die richtige Stelle gefunden hat, beginnt man dort das Loch zu graben. Die Lochgröße wird meistens zu klein gewählt. Den Grund dafür kenne ich sehr gut. Man beginnt das Loch zu graben und ist anfangs sehr zuversichtlich. Doch schon nach wenigen Minuten wird man ungeduldig oder/und müde. Man denkt sich: „Ach, da passt der Baum doch schon rein. Das reicht jetzt!“ Aber in Wirklichkeit muss man den Baum ins Loch nahezu stopfen. Deswegen gibt es eine gute Regel, an die man sich am besten von Anfang an hält:

Der Lochdurchmesser ist 1,5 mal so groß wie der Durchmesser des Wurzelballens

Aber was macht man nun bei wurzelnackter Ware? Hier kann man durchaus ein ähnliches Maß nehmen. Die Wurzeln sollten nicht geknickt oder gebogen werden, sondern reichlich Platz haben.Außerdem sollte der Lochboden etwas aufgelockert sein und auch die Seiten sollten spätestens beim Verfüllen etwas aufgelockert werden, damit bei tonigen Böden die Seiten nicht so verdichtet und verschmiert sind, dass keine Wurzeln durch kommen.

Nach dem Graben des Lochs, testet man es und stellt den Baum kurz hinein. Ist das Loch schließlich groß und tief genug, wendet man sich zuerst einmal dem Pfahl zu.

Der Pfahl

Jetzt kann man den Pfahl gut einschlagen, ohne dass man eine Wurzel verletzt. Außerdem hat man schon ca. 40cm Vorsprung, da man auf dem Lochboden einschlagen kann. Bei der Wahl des Pfahls sollte man auch auf ein paar Dinge achten:

  • Er sollte je nach Baumgröße zwischen 6 und 10cm Durchmesser haben
  • Er sollte knapp unter den Astansatz des Baumes reichen, damit er nicht an den Ästen reibt.
  • Er sollte mindestens 50cm im Boden sein (das ergibt bei einem Hochstamm von 180cm eine Pfahllänge von min. 230cm)
  • Er soll entrindet sein und mindestens 3-4 Jahre stabil genug sein, um den Baum zu halten
  • Bei großen und schnellwüchsigen Bäumen sollte man über 2-3 Pfähle nachdenken

Die Platzierung des Pfahls sollte nicht zu nah am Baum sein, aber natürlich auch nicht zu weit weg. Oft wird empfohlen den Pfahl gegen die Hauptwindrichtung zu stellen, damit der Baum vom Pfahl weg gedrückt wird. Das ist nicht zwingend notwendig, da der Baum auch nicht am Pfahl reiben sollte, wenn der Wind aus einer anderen Richtung weht, aber statisch gesehen, hat es aus meiner Sicht trotzdem Vorteile und man verliert nichts dabei, wenn man darauf achtet.

Die Pflanzung

Steht der Pfahl, kann man sich wieder dem Baum zuwenden. Der wird nun ins Loch gestellt und ausgerichtet. Steht er einmal richtig, fixiert man ihn am besten mit ein weniger loser Erde, um dann einen Schritt zurück zu machen und sich das ganze nochmal anzusehen.

  • Steht der Baum gerade?
  • Zeigen die zukünftigen Äste in Richtungen, wo sie auch Platz haben und mich nicht stören werden?
  • Ist die Pflanzhöhe in Ordnung?

Wie es weiter geht folgt morgen… Teil 2

Baumpflanzung systematisch (1/2)
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