Ein Weg im Bau
Ein Weg im Bau

Nach meiner Einführung zum Thema Wegebau, folgt nun der erste Beitrag dazu. Wege bauen ist eine schon ziemlich alte Kulturtechnik. Vielen sind die Römerstraßen sicherlich ein Begriff. Manche dieser Römerstraßen haben bis heute überdauert. Das finde ich eine Leistung, da heute manche Pflasterflächen kaum 10 Jahre halten und die Straßen der Römer sind schon wesentlich älter. Die Römer haben dafür bis zu einem Meter tiefe Fundamente ausgehoben. Weitere Informationen dazu gibt es bei Wikipedia.

Der hauptsächliche Grund, warum man einen Weg baut, ist die Befestigung. In der Einführung habe ich gezeigt, dass ein Weg einfach von selbst entsteht, wenn wir oft genug die selbe Route benutzen. Aber bei schlechtem Wetter oder mit Fahrzeugen kann man sich auf solchen „natürlichen“ Wegen schlecht bewegen. Um auch bei schlechtem Wetter einen Weg gut benutzen zu können, muss man ihn befestigen. Deswegen soll es im ersten Teil der Artikelserie um das Befestigen von Wegen gehen. Denn dabei gibt es ein paar Probleme zu lösen, die schon vor 2000 Jahren die selben waren.

Dieser Artikel ist Teil der Artikelserie über Wegebau.

Warum ein Weg befestigt werden muss

Man befestigt einen Weg, indem man mit passenden Materialien (z.B. Holz, Stein, Torf, Asphalt,…) etwas baut, das den Weg besser benutzbar macht als davor. Folgende Gründe gibt es, warum wir einen so großen Aufwand bei der Befestigung betreiben:

  • Bei nassem Wetter wird der Weg sonst matschig und schwer begehbar.
  • Für Fahrzeuge mit Rädern ist er sonst kaum befahrbar.
  • Um eine angenehme Benutzung zu erreichen (keine Stolperfallen, man findet ihn leicht, keine Pfützen).
  • Damit die Höhenunterschiede ausgeglichener sind (keine Berg- und Talfahrt).
  • Damit die Instandhaltung leichter wird (z.B. weniger Unkraut).

Speziell im Garten

Ein befestigter Weg…

  • ist ein deutliches Gestaltungselement.
  • führt uns Menschen mit den Augen zum Ziel und gibt uns damit Sicherheit.
  • strukturiert den Garten.
  • gibt vor, wo die Menschen sich bewegen sollen.

Die Schwierigkeiten beim Bau eines Wegs

Die erste Schwierigkeit ist natürlich der Aufwand und die Arbeit, die benötigt werden. Aber darauf möchte ich hier nicht eingehen. Die größte Schwierigkeit ist es, so zu bauen, dass der Weg dann auch lange hält und nicht nach ein paar Monaten oder Jahren der ganze Aufwand umsonst war. Denn er muss dann auch den Belastungen durch Benutzung, Sonne, Regen und Frost standhalten. Und damit das möglich ist, muss man ein paar Grundsätze beachten. Doch zunächst nochmal die Belastungen, die es auszuhalten gilt:

  • Die Belastung durch Benutzung führt dazu, dass der Weg sich verformt und uneben wird. Es kann auch sein, dass Teile der Wegdecke herausgerissen werden und Löcher entstehen.
  • Die Sonne belastet den Weg insofern, dass sie das Material des Weges stark aufheizt und mit UV-Strahlung belastet. Das setzt jedem Material zu – dem einem mehr, dem andern weniger.
  • Regen und Wasser belasten den Weg, denn das verwendete Material wird eventuell weich oder einfach weggespült.
  • Der Frost ist eines der größten Probleme. Durch das Heben und Senkens des Bodens bei Frost entstehen im Winter oft große Schäden an Wegen. Um das zu verhindern wird viel Aufwand betrieben.
  • Bäume und Sträucher können durch ihre Wurzeln ebenfalls einen Weg uneben machen und Stolperfallen produzieren bzw. die Oberfläche zerstören.

Deswegen ist es selten damit getan ein paar Pflastersteine in die Erde zu legen. Und darum gibt es bestimmte Grundsätze für den Aufbau. Die nun folgenden Schichten sind für einen guten und dauerhaften Weg notwendig.

Das Fundament

Ein Fundament wird benötigt, um Belastungen durch Kräfte aufzunehmen und auszuhalten. Bei Autobahnen bspw. wird es extra erstellt, damit auch die 40-Tonner von der Straße ausgehalten werden. Im privaten Bereich wird im Normalfall kein Fundament extra angelegt, sondern der vorhandene Boden wird so vorbereitet, dass er als Fundament dienen kann. Das heißt er wird eingeebnet und verdichtet. Man spricht dann vom Untergrund. Sollte er aber dauerhaft zu nass sein oder sich nicht verdichten lassen, dann muss man doch ein extra Fundament erstellen.

Das Planum

Das Planum ist keine extra Schicht, sondern der Begriff dafür, dass der Untergrund von den Höhen genau so gestaltet ist, wie nachher der Weg sein soll. Das heißt, der Untergrund darf nicht irgendwo mal höher oder tiefer sein, sondern er muss ein exaktes Spiegelbild vom endgültigen Weg sein (nur etwas tiefer). Das ist deswegen so wichtig, damit sich dort kein Wasser sammeln kann und dann bei Frost den Weg anhebt.

Die Tragschicht

Wegebau - die Tragschicht
Wegebau – die Tragschicht

Die Tragschicht ist dazu da, die Kräfte aufzunehmen und an den Untergrund bzw. das Fundament abzugeben. Dabei soll sie nicht dauerhaft verformt werden, sondern ihre ursprüngliche Ebenheit und Form behalten. Gleichzeitig ist sie auch dafür da, Wasser möglichst abzuleiten.

Die Bettung oder Ausgleichsschicht

Wegebau - die Bettung
Wegebau – die Bettung

In der Bettung wird der Belag (z.B. das Pflaster) gebettet. Das heißt, dort wird der Belag hineingelegt, so dass er nicht weg kann. Die Aufgabe der Bettung ist es, dem Belag Halt zu geben und kleine Unregelmäßigkeiten des Belags auzugleichen, damit die Oberfläche dann wirklich eben ist. Oft wird von der Bettung auch als Ausgleichsschicht gesprochen. Dieser Begriff ist dann richtig, wenn bspw. ein Betonpflaster verwendet wird, bei dem nur die produktionsbedingt ungleichen Steinhöhen ausgeglichen werden.

Der Belag

Wegebau - der Belag
Wegebau – der Belag

Der Belag ist die letzte Schicht und das was man normalerweise meint, wenn man von Wegen spricht. Er muss alle kommenden Stöße, Bremsungen und vieles mehr aufnehmen und nach unten oder an die Seite ableiten. Er soll möglichst stabil sein und beständig gegen alles, was ihn beansprucht. Er sollte nicht zerbrechen, zu schnell abnutzen, empfindlich sein gegen Wasser und im Garten natürlich bei dem allen noch schön aussehen.

Im nächsten Beitrag geht es um „Welche Arten von Wegen und Wegbelägen es so gibt“. Dort möchte ich vorstellen, was es denn an möglichen Belägen gibt. Da wird auch was dabei sein, was zwar jeder schon mal gesehen hat, aber vielleicht nur wenige als Möglichkeit für den Garten kennen.

Die Befestigung von Wegen
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